Im Blindflug durch die Transformation?

4 Minuten Lesezeit
18.02.26 12:17

Dank Leadership & Talentmanagement die wichtigen Treiber im Blick

Haben Sie schonmal die Neuaufstellung eines Teams, Bereichs oder sogar Unternehmens miterlebt, begleitet oder sogar initiiert?
Als Unternehmensberater unterstützen wir Umstrukturierungen in Planung, Vorbereitung und Umsetzung und unsere Erfahrungen decken sich mit den neusten Studienerkenntnissen: 

Unternehmen investieren massiv in neue Strategien, Organisationsmodelle und Transformationsprogramme. Laut Studien scheitern dennoch rund 70 % aller Transformationen nicht an der Strategie – sondern an der Umsetzung.1

Unsere Erfahrung aus der Beratung zeigt: Der Engpass liegt selten in der Struktur. Er liegt bei den Menschen, die sie tragen, umsetzen und leben sollen. 

Oder anders gesagt: Ein perfekt konstruiertes IGLOU hält keinem Sturm stand, wenn das Eis zwischen den Blöcken nicht trägt.

In unserer vorherigen Artikelreihe haben wir gezeigt: Transformation bedeutet für uns, eine resiliente Organisation zu entwickeln, die den wachsenden Unsicherheiten durch externe Einflussfaktoren standhält.  

Aber wie entsteht eine solche Organisation? Unser 4M-IGLOU-Modell gibt darauf Antworten (Transformation erfolgreich gestalten). Es betrachtet alle Ebenen, die zusammenwirken müssen: von der strategischen Ausrichtung über die Auf- und Ablauforganisation bis hin zum Leadership-Team, den Gruppen innerhalb der Organisation und jedem einzelnen Mitarbeitenden. 

Das heißt für uns: Eine resiliente Organisationsstruktur entsteht nur, wenn resiliente Menschen die Bausteine tragen und gestalten.  

Der individuellen Komponente wollen wir in diesem ersten Beitrag unserer neuen Artikelreihe “Leadership & Talentmanagement: Motor der Transformation” etwas genauer auf den Grund gehen.

 In diesem Beitrag erfahren Sie,

  • warum Leadership & Talentmanagement das Fundament für Resilienz in Organisationen bilden 
  • welche Maßnahmen resiliente Organisationen ergreifen, um zukünftig erfolgskritische Fähigkeiten zu erkennen und zu entwickeln  
  • wie praxisnahe Leadership-Ansätze Transformation erfolgreich machen

 

KI revolutioniert die Jobs, Führungskräfte schauen zu 

Organisationen stehen heute unter einem enormen Veränderungsdruck.
Der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel, KI verändert Berufsbilder schneller als Weiterbildungsprogramme hinterherkommen, und Krisen, ob geopolitisch, wirtschaftlich oder technologisch, treten häufiger, schneller und unvorhersehbarer auf. 

Gleichzeitig beobachten wir bei vielen Klienten ein ähnliches Muster: Ambitionierte Strategien werden entwickelt, Organisationen werden angepasst und Prozesse automatisiert sowie optimiert.  

Doch die systematische Entwicklung von Führungskräften und Talenten bleibt oft fragmentiert oder reaktiv. 

Die Folgen sind spürbar: 

  • Mitarbeitende erleben Veränderung als Überforderung statt als Entwicklung

  • Führungskräfte fühlen sich zwischen Tagesgeschäft, Transformation und Unsicherheit aufgerieben 

  • Resilienz wird zur individuellen Aufgabe erklärt, statt zur organisationalen Fähigkeit 

Dabei zeigt die Praxis sehr deutlich: 

Resiliente Organisationen entstehen nicht allein durch Strukturen, sondern durch Menschen, die mit Unsicherheit umgehen können. 


Resilienz entsteht im Zusammenspiel  

Erst, wenn Leadership konsequent mit Strategie und Organisationsstruktur mit systematischem Talentmanagement verzahnt wird, kann Resilienz entstehen. Ohne Führung, die Prioritäten setzt und Teams durch Wandel führt, bleibt Strategie ein theoretisches Konstrukt. Ohne Talentmanagement bleibt die Organisation fragil und das System kann bei der ersten Krise oder dem Abgang eines kritischen Mitarbeiters zusammenbrechen. 

Genau dabei setzt das 4M-IGLOU-Modell an. Leadership (Ebene 3), Gruppen (Ebene 4) und Individuum (Ebene 5) sind die tragenden Elemente, die Stabilität unter Belastung sichern.

4M-IGLOU-FOKUS 4M-IGLOU-FOKUS
4M-Iglou


Häufige Fehler in Transformationsphasen sind: 

  • Leadership wird auf Kommunikation reduziert 

  • Talentmanagement wird als reines HR-Instrument verstanden 

  • Resilienz wird als „Soft Skill“ behandelt

  • Transformation wird nur über Strukturen oder digitale Tools angegangen 

  • Leadership wird als reine Management-Aufgabe gesehen 

  • Talentmanagement wird isoliert von Strategie und Veränderungsprozessen implementiert 

Leadership & Talentmanagement sind also zentrale Hebel, um Resilienz systematisch entwickeln zu können. Mitarbeitende können Resilienz nur dann entfalten, wenn sie Orientierung erhalten, psychologische Sicherheit aufbauen und die Möglichkeit zur Entwicklung der richtigen Fähigkeiten haben. Hier kommen die Führungskräfte ins Spiel. Sie motivieren Teams, delegieren Verantwortung, fördern Future Skills und schaffen den Rahmen, in dem Resilienz entwickelt werden kann. 

Haben Sie Ihren Lösungsansatz noch nicht richtig eingebaut?  

Wichtige Lösungsansätze sind: 

  • Führungskräfte gezielt befähigen, Teams im Wandel zu begleiten und Future Skills zu fördern 

  • Mitarbeitende mit Orientierung und Handlungskompetenzen ausstatten, um psychologische Sicherheit zu erhöhen  

  • Systematisches Talentmanagement konsequent mit Strategie und Transformationsprozessen verzahnen 

  • Resilienz regelmäßig evaluieren und Maßnahmen weiterentwickeln
Mehr zum Thema Führungskräfteentwicklung gibt es übrigens hier: Leadership-Programme für nachhaltigen Wandel 


Vom Bauchgefühl zur strukturierten Entwicklung

Ein integriertes und aus der Strategie abgeleitetes Leadership- und Talentmanagement ist also essenziel dafür, um Organisationen resilient und zukunftsfähig aufzustellen. Dadurch können Organisationen gezielt die für sie zukünftig erfolgskritischen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen („Future Skills“) entwickeln.  

Mit einem systematischen Talentmanagementprogramm können folgende Leitfragen beantwortet werden: 

  • Welche Fähigkeiten sind heute kritisch für unsere Organisation? 

  • Welche „Future Skills“ werden durch KI, neue Technologien und veränderte Geschäftsmodelle relevant? 

  • Welche Kompetenzen sind bereits vorhanden und wo bestehen Lücken? 

  • Wie und wo können wir diese „Future Skills“ aufbauen und weiterentwickeln? 

Wie ein solches Talentmanagementprogramm entlang unseres 8-stufigen Talentmanagement-Prozesses aussieht, erfahren Sie hier:
Eine Frage der Perspektive 

Dieser Prozess schafft Transparenz über Fähigkeiten, Potenziale und Entwicklungsbedarfe und ermöglicht es, gezielt in die Zukunftsfähigkeit der Organisation zu investieren. 

Leadership-Entwicklung ist dabei kein separater Baustein, sondern integraler Bestandteil:

  • Führungskräfte prägen Kultur, Entscheidungslogiken und Umgang mit Unsicherheit 

  • Neue Organisationsmodelle erfordern neue Führungsrollen


Was Unternehmen jetzt tun sollten!

Aus unserer Beratungspraxis lassen sich fünf zentrale Handlungsempfehlungen ableiten: 

  1. Resilienz muss Teil der strategischen Zielsetzung sein, nicht nur als Reaktion auf Krisen 
  2. Talentmanagement aus der Strategie ableiten, damit zukünftige Fähigkeiten der Maßstab sind 
  3. Leadership neu definieren: von reiner Steuerung hin zu Führung als Stabilitätsanker in Unsicherheit 
  4. Einzelmaßnahmen ersetzen kein strukturiertes Talent- & Leadershipmanagement
  5. IGLOU ganzheitlich denken, damit Struktur, Führung und Talententwicklung ineinandergreifen


Resilienz beginnt beim Menschen und wirkt in der Organisation 

Transformation bedeutet für uns, Organisationen so zu gestalten, dass sie auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben.

Das gelingt nur, wenn resiliente Strukturen auf resiliente Menschen treffen. 

Leadership & Talentmanagement sind deshalb kein „Add-on“, sondern zentraler Bestandteil unseres 4M-IGLOUs. Wer Resilienz aufbauen will, muss Menschen genauso systematisch entwickeln wie Organisationen.


Welche Artikel Sie in der Reihe
"Leadership & Talentmanagement: Motor der Transformation" noch erwarten können:

  • Der stille Engpass der Transformation:
    Warum eine Kompetenzarchitektur der Treibstoff für
    high performance Teams ist
    Autoren: Susanne Knaller und Joshua Caputo

  • Agilität entscheidet über Zukunftsfähigkeit:
    Vom Buzzword zum Systemhebel der Transformation
    Autoren: Joshua Caputo & Laura Schantey

 

Quellen:
1  https://www.entrepreneur.com/leadership/why-most-organizational-transformation-initiatives-fail/499655?utm_source=chatgpt.com

 

4M-Team-Laura-Shantey
Über die Autorin
LAURA SCHANTEY
Expertin für Leadership und Talentmanagement
Senior Expert bei FourManagement

"Ich glaube fest daran: Starke Teams entstehen nicht zufällig – sie sind das Ergebnis kluger Strategien und echter Arbeitgeberattraktivität. Als Expertin für Leadership und Talentmanagement unterstütze ich Unternehmen dabei, genau das sichtbar zu machen, was sie für heutige und zukünftige Mitarbeitende besonders macht. In meinem Blog teile ich Gedanken, Ideen und Erfahrungen rund um modernes Arbeiten, Employer Branding und wie man Talente nicht nur gewinnt, sondern auch begeistert."

 

Joshua Caputo
Über den Autor
JOSHUA CAPUTO
Experte für Transformation, Leadership und Talentmanagement
Manager bei FourManagement

"Fear is reaction. Courage is a decision." (Sir Winston Churchill)
Transformation braucht Mut. Sie ist mehr als der bloße Wandel von Prozessen, Strukturen oder Strategien. Transformation wird vor allem durch die menschliche Haltung geprägt und die Bereitschaft, bestehende Denkweisen zu hinterfragen und neue Perspektiven (persönlich wie unternehmerisch) zuzulassen. Als Experte für Leadership und Talentmanagement begleite ich Unternehmen dabei, ihre Führungskräfte und Teams zu befähigen, Potenziale zu entfalten und den Wandel aktiv gemeinsam zu gestalten. Genau das ist für mich essenziell, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.

 

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