Haben Sie schonmal die Neuaufstellung eines Teams, Bereichs oder sogar Unternehmens miterlebt, begleitet oder sogar initiiert?
Als Unternehmensberater unterstützen wir Umstrukturierungen in Planung, Vorbereitung und Umsetzung und unsere Erfahrungen decken sich mit den neusten Studienerkenntnissen:
Unternehmen investieren massiv in neue Strategien, Organisationsmodelle und Transformationsprogramme. Laut Studien scheitern dennoch rund 70 % aller Transformationen nicht an der Strategie – sondern an der Umsetzung.1
Unsere Erfahrung aus der Beratung zeigt: Der Engpass liegt selten in der Struktur. Er liegt bei den Menschen, die sie tragen, umsetzen und leben sollen.
Oder anders gesagt: Ein perfekt konstruiertes IGLOU hält keinem Sturm stand, wenn das Eis zwischen den Blöcken nicht trägt.
In unserer vorherigen Artikelreihe haben wir gezeigt: Transformation bedeutet für uns, eine resiliente Organisation zu entwickeln, die den wachsenden Unsicherheiten durch externe Einflussfaktoren standhält.
Aber wie entsteht eine solche Organisation? Unser 4M-IGLOU-Modell gibt darauf Antworten (Transformation erfolgreich gestalten). Es betrachtet alle Ebenen, die zusammenwirken müssen: von der strategischen Ausrichtung über die Auf- und Ablauforganisation bis hin zum Leadership-Team, den Gruppen innerhalb der Organisation und jedem einzelnen Mitarbeitenden.
Das heißt für uns: Eine resiliente Organisationsstruktur entsteht nur, wenn resiliente Menschen die Bausteine tragen und gestalten.
Der individuellen Komponente wollen wir in diesem ersten Beitrag unserer neuen Artikelreihe “Leadership & Talentmanagement: Motor der Transformation” etwas genauer auf den Grund gehen.
Organisationen stehen heute unter einem enormen Veränderungsdruck.
Der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel, KI verändert Berufsbilder schneller als Weiterbildungsprogramme hinterherkommen, und Krisen, ob geopolitisch, wirtschaftlich oder technologisch, treten häufiger, schneller und unvorhersehbarer auf.
Gleichzeitig beobachten wir bei vielen Klienten ein ähnliches Muster: Ambitionierte Strategien werden entwickelt, Organisationen werden angepasst und Prozesse automatisiert sowie optimiert.
Doch die systematische Entwicklung von Führungskräften und Talenten bleibt oft fragmentiert oder reaktiv.
Die Folgen sind spürbar:
Mitarbeitende erleben Veränderung als Überforderung statt als Entwicklung
Führungskräfte fühlen sich zwischen Tagesgeschäft, Transformation und Unsicherheit aufgerieben
Dabei zeigt die Praxis sehr deutlich:
Erst, wenn Leadership konsequent mit Strategie und Organisationsstruktur mit systematischem Talentmanagement verzahnt wird, kann Resilienz entstehen. Ohne Führung, die Prioritäten setzt und Teams durch Wandel führt, bleibt Strategie ein theoretisches Konstrukt. Ohne Talentmanagement bleibt die Organisation fragil und das System kann bei der ersten Krise oder dem Abgang eines kritischen Mitarbeiters zusammenbrechen.
Genau dabei setzt das 4M-IGLOU-Modell an. Leadership (Ebene 3), Gruppen (Ebene 4) und Individuum (Ebene 5) sind die tragenden Elemente, die Stabilität unter Belastung sichern.
Häufige Fehler in Transformationsphasen sind:
Leadership wird auf Kommunikation reduziert
Talentmanagement wird als reines HR-Instrument verstanden
Resilienz wird als „Soft Skill“ behandelt
Transformation wird nur über Strukturen oder digitale Tools angegangen
Leadership wird als reine Management-Aufgabe gesehen
Talentmanagement wird isoliert von Strategie und Veränderungsprozessen implementiert
Leadership & Talentmanagement sind also zentrale Hebel, um Resilienz systematisch entwickeln zu können. Mitarbeitende können Resilienz nur dann entfalten, wenn sie Orientierung erhalten, psychologische Sicherheit aufbauen und die Möglichkeit zur Entwicklung der richtigen Fähigkeiten haben. Hier kommen die Führungskräfte ins Spiel. Sie motivieren Teams, delegieren Verantwortung, fördern Future Skills und schaffen den Rahmen, in dem Resilienz entwickelt werden kann.
Haben Sie Ihren Lösungsansatz noch nicht richtig eingebaut?
Ein integriertes und aus der Strategie abgeleitetes Leadership- und Talentmanagement ist also essenziel dafür, um Organisationen resilient und zukunftsfähig aufzustellen. Dadurch können Organisationen gezielt die für sie zukünftig erfolgskritischen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen („Future Skills“) entwickeln.
Mit einem systematischen Talentmanagementprogramm können folgende Leitfragen beantwortet werden:
Welche Fähigkeiten sind heute kritisch für unsere Organisation?
Welche „Future Skills“ werden durch KI, neue Technologien und veränderte Geschäftsmodelle relevant?
Welche Kompetenzen sind bereits vorhanden und wo bestehen Lücken?
Wie und wo können wir diese „Future Skills“ aufbauen und weiterentwickeln?
Wie ein solches Talentmanagementprogramm entlang unseres 8-stufigen Talentmanagement-Prozesses aussieht, erfahren Sie hier:
Eine Frage der Perspektive
Dieser Prozess schafft Transparenz über Fähigkeiten, Potenziale und Entwicklungsbedarfe und ermöglicht es, gezielt in die Zukunftsfähigkeit der Organisation zu investieren.
Leadership-Entwicklung ist dabei kein separater Baustein, sondern integraler Bestandteil:
Führungskräfte prägen Kultur, Entscheidungslogiken und Umgang mit Unsicherheit
Neue Organisationsmodelle erfordern neue Führungsrollen
Transformation bedeutet für uns, Organisationen so zu gestalten, dass sie auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben.
Das gelingt nur, wenn resiliente Strukturen auf resiliente Menschen treffen.
Leadership & Talentmanagement sind deshalb kein „Add-on“, sondern zentraler Bestandteil unseres 4M-IGLOUs. Wer Resilienz aufbauen will, muss Menschen genauso systematisch entwickeln wie Organisationen.
Quellen:
1 https://www.entrepreneur.com/leadership/why-most-organizational-transformation-initiatives-fail/499655?utm_source=chatgpt.com